

beeOLED entwickelt blaue OLED-Emitter basierend auf einem neuen Ansatz, der Verwendung von Seltenen-Erd-Metall-Komplexen, z.B. mit Cerium oder Europium als Zentralatom. Diese werden mit Hilfe von organischen Liganden stabilisiert und vakuum-verdampfbar gemacht.
beeOLED wurde im Rahmen einer Exist-Förderung durch die beiden OLED-Experten Dr. Carsten Rothe und Dr. Volodymyr Senkovskyy im November 2020 gegründet und ist seit dem Bestehen auf nunmehr 25 Mitarbeiter gewachsen. Erste technische Erfolge konnten realisiert werden und wurden durch Patentanmeldungen geschützt.
Außer der hier thematisierten Pilotanlage ist die technische Infrastruktur zur Realisierung des Projektes bei beeOLED vorhanden. Insbesondere verfügt beeOLED über ein gut ausgestattetes Syntheselabor und hat Zugang zu diverser Analytik (NMR, IR, MS, EA, HPLC). Hierzu gehört insbesondere die Herstellung und Charakterisierung von Emittern im OLED-Bauteil auf F&E Niveau in sogenannten Einzelkammer-Vakuumaufdampfanlagen. In diesen wird eine komplette OLED, welche aus ca. 6 Schichten mit insgesamt ca. 10 Materialien besteht in einem Vakuumgefäß hergestellt. Hier kann es zu Kreuzkontamination der Materialien untereinander kommen, was die Eigenschaften der OLED begrenzt.
Ziel des Projekts: Auf den dafür verwendeten und bei beeOLED momentan verfügbaren Aufdampfanlagen, lässt sich die prinzipielle Eignung eines neu dargestellten Emitter-Materials zwar nachweisen, aber nur für Anforderungen der Forschungsphase dieser Materialien. Um eines unserer Materialien erfolgreich beim Kunden (dem OLED-Display-Hersteller) zu platzieren, müssen wir die Materialien in der Produktion ähnlichen Umgebungen und -OLED-Stacks testen können.
Die technischen Hauptthemen dabei sind:
a) Die Bereitstellung generell von mehr statistischen Daten,
b) Komplexe Emissionsschichten und die Optimierung der Lebensdauer,
c) Testen neuer Materialien in einer sogenannten Top-Emission OLED (dem Standard für kleinere OLED-Displays),
d) Thermische Stabilität der Emitter ausreichend für Massenproduktionsanlagen
All diese Pilot-Phasentests kann beeOLED ohne eine eigene OLED-Material-Pilotanlage mit mehr als 1 Prozesskammer einfach nicht stemmen – die Verwertung der Forschungsergebnisse ist in Gefahr. Daher muss beeOLED in eine solche OLED-Material-Pilotanlage investieren und die F&E Arbeiten darauf ausweiten.
Die Zielgruppe für die neue beeOLED Technologie sind prinzipiell alle OLED-Hersteller. Die weltweite Gesamtmenge der Verbräuche für blaue Emitter beträgt im Moment ca. 580kg/Jahr (Daten aus mehreren Aussagen von DSCC geschlussfolgert), Diese Menge wird bis 2027 auf ca. 880kg/Jahr wachsen. Ausgehend von einem Verkaufspreis für solche fortgeschrittenen OLED-Emitter zwischen 500€/g und 1.000€/g, ergibt sich ein für beeOLED adressierbarer Markt von 440Mio€/Jahr bis 880Mio€/Jahr. Wir erwarten ab 2028 Umsätze aus Materialverkäufen in Höhe von 10 Mio.€. Die Umsätze sollen in den folgenden Jahren dann deutlich ansteigen mit dem Ziel von 177 Mio. in 2029.
Die Zuwendung in Höhe von 2.533.321,05 EUR wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.


OLEDs (Organische Leuchtdioden) kennt heute fast jeder: Sie kommen in hochwertigen Fernsehgeräten und Smartphones zum Einsatz und leuchten dank hauchdünner Schichten organischer Halbleiter. In unserem von der Sächsischen AufbauBank geförderten Forschungsprojekt haben wir einen besonderen Ansatz gewählt: Wir entwickeln blaue Emitter auf Basis von Lanthanoidkomplexen (zum Beispiel Europium und Cer). Diese seltenen Erden sind nicht nur langlebig und effizient, sondern tatsächlich auch in der Erdkruste recht häufig anzutreffen – was ihre Verwendung erschwinglich und nachhaltig macht.
Über die Projektlaufzeit hinweg konnten wir nicht nur eine erste Molekül-Strukturklasse erfolgreich fertigstellen, sondern auch eine zweite, völlig neuartige Reihe von Verbindungen entdecken. Beide bringen uns jetzt rasch in Richtung Marktreife. Darüber hinaus haben wir bereits über 300 bislang unbekannte Moleküle synthetisiert und rund zehn Patente angemeldet. Das zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial in diesen neuen Materialien steckt.
Die Zuwendung in Höhe von 2.235.635,41 EUR wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.